Fasnet erklärt

Die Fasnet

Als Fasnet (auch FastnachtFasnacht, KarnevalFaschingFastelovendFasteleer oder fünfte Jahreszeit) bezeichnet man die Bräuche, mit denen die Zeit vor der sechswöchigen Fastenzeit ausgelassen gefeiert wird. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und gilt im Christentum der Vorbereitung auf das Osterfest.

Fasnacht und Fastenzeit früher

Laut der Geschichte geht der Ursprung der Fasnet auf vorchristliche  und heidnische Wurzeln zurück. Der Winter soll mit Lärm, grusligen Masken und Kostümen ausgetrieben werden. Doch Historiker sind sich einig, dass die Fasnet einen christlichen Ursprung hat und mit der darauffolgenden Fastenzeit einhergeht. Die Fastenzeit beginnt am Anschluss auf die Fasnet, dauert 40 Tage und bereitet das Osterfest vor. Dies wird auch in dem Namen „Fasnacht“ oder „Fastnacht“ deutlich, indem der Teil des Fastens beinhaltet ist. Die Tage vor der Fastenzeit sollten nochmals genossen werden, dauern vom Schmotzige Dunstig bis zum Aschermittwoch und läute die abstinente Zeit ein.

In Köln nennt man die Fasnet „Fastelovend“, was nichts anderes heißt als der Abend vor der Fastenzeit. Auch im Wort „Karneval“ versteckt sich das Fasten. Karneval stammt aus dem Italienischen und bedeutet „carniveslam“ („Fleischwegnahme“). Der Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte stellt einen wesentlichen Teil der Fastenzeit dar. Jedoch wurde dies in früheren Jahrhunderten konsequenter eingehalten, als man es heute tut.

Zeitlicher Verlauf der Fasnet

Beginn

Als Beginn der Fasnetszeit galt bzw. gilt in den deutschsprachigen Ländern traditionell der Dreikönigstag, der 6. Januar.

Seit dem 19. Jahrhundert finden in vielen Gegenden zusätzlich am 11. November ab 11:11 Uhr einzelne Veranstaltungen statt. Hintergrund ist, dass es auch vor Weihnachten bereits kurz nach der Fixierung des Festes im Jahr 354 eine vorbereitende 40-tägige Fastenzeit gab, ähnlich der österlichen Fastenzeit nach der Fasnet. Sie begann am 11. November, dem Martinstag. Es galt, die vorhandenen Lebensmittel zu verzehren, die nicht „fastenzeittauglich“ waren, wie Fleisch, Fett, Schmalz, Eier und Milchprodukte. Auch war der Martinstag der Endtermin des bäuerlichen Jahres, an dem die Pacht fällig wurde und das Gesinde wechselte.

Die Zeit vom 12. November bis 5. Januar bleibt aber selbst in den Zentren des Karnevals entlang des Rheins weiterhin weitgehend karnevalsfrei, was sich aus der erwähnten vorweihnachtlichen Fastenzeit, der Rolle des Novembers als Trauermonat und dem besinnlichen Charakter des Advents erklärt. Soweit von einer „Vorverlagerung“ des Karnevalsbeginns oder von einer „Saisoneröffnung“ am 11. November gesprochen wird, ist dies daher zumindest irreführend. Von seiner Entstehungsgeschichte her stellt der 11. November vielmehr einen zweiten, „kleinen“ Karneval dar.

Höhepunkt

Den Höhepunkt erreicht die Fasnet in der eigentlichen Fasnetswoche vom schmotzigen Donnerstag im schwäbisch-alemannischen Raum, auch unsinniger Donnerstag oder glombiga Donnerstag genannt (von Schmotz = Schmalz, was auf in Schmalz gebackene Fastnachtsküchle hinweist), bzw. Weiberfastnacht im Rheinland über den Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag bis zum Fasnetsdienstag, auch Veilchendienstag genannt. Dabei gibt es insbesondere am Rosenmontag entsprechende Umzüge – wobei sich Rosen ursprünglich nicht auf die Blume, sondern auf das Verb rasen im Sinne von tollen bezog.

Die größten Umzüge finden in den Karnevalszentren Köln, Mainz und Düsseldorf statt. Umzüge gibt es auch in Aachen, Bonn, Duisburg, Dülken, Eschweiler, Erkelenz, Euskirchen, Koblenz, Krefeld, Leverkusen, Meckenheim, Mönchengladbach, Rheinbach, Siegburg und vielen anderen Orten. Aber auch weiter südlich, etwa in Frankfurt am Main, Aschaffenburg, Mannheim, Ludwigshafen, Wombach, Würzburg und Karlstadt gibt es jeweils am Fastnachtssonntag Umzüge. Diese werden in Bayern „Gaudiwurm“ genannt, im Rheinland „Zoch“ (D’r Zoch kütt, „Der Zug kommt.“)

In Karlsruhe und Stuttgart gibt es am Fastnachtsdienstag große Umzüge mit mehreren Hunderttausend Besuchern. Als der größte Umzug im norddeutschen Raum gelten der traditionelle Schoduvel in Braunschweig am Fastnachtssonntag und der Karnevalsumzug in Berlin.

In den Stadtteilen, Städten und Dörfern um diese Zentren herum gibt es Umzüge am Samstag (Nelkensamstag), Sonntag (Orchideen- oder Tulpensonntag) und Dienstag (Veilchendienstag). In Duisburger Stadtbezirk Hamborn findet seit Jahrzehnten am Karnevalssonntag der größte Kinderkarnevalszug Europas statt.

Ende

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. In der Nacht zu Aschermittwoch um Punkt Mitternacht endet der Karneval, und es gibt an vielen Orten die Tradition, dass die Karnevalisten in dieser Nacht eine Strohpuppe, den so genannten Nubbel, als Verantwortlichen für alle Laster der karnevalistischen Tage, vor allem wegen des ausgegebenen Geldes, verbrennen. In Düsseldorf und den niederrheinischen Städten wie Krefeld, Duisburg, Mönchengladbach, Kleve oder Wesel wird der so genannte Hoppeditz zu Grabe getragen. Dieser war ursprünglich eine typisch niederrheinische Narrenfigur. Dieser Schelm oder Hanswurst hatte Ähnlichkeit mit Till Eulenspiegel und den mittelalterlichen Hofnarren. So wird berichtet, dass es im 18. und 19. Jahrhundert am Niederrhein der kleinen Leute Brauch war, in der Nacht auf Aschermittwoch ausgerüstet mit Stangen, an denen Würste hingen, durch die Straßen zu laufen und lustige Lieder zu singen.

Mancherorts treffen sich die Karnevalisten am Aschermittwoch noch einmal zu einem gemeinsamen Fischessen, zu einem rituellen „Portemonnaie-Auswaschen“ oder auch erst jetzt zu einer internen Nubbelverbrennung.

Datum des Faschings

Ende des Karnevals ist der Aschermittwoch. Sein Termin hängt unmittelbar von der Lage des Osterfestes ab: Im Jahr 325 wurde auf dem Konzil von Nicäa das Osterdatum auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgelegt. Um 600 legte Papst Gregor der Große eine 40-tägige Fastenzeit vor Ostern fest, die an die Zeit erinnern soll, die Jesus Christus in der Wüste verbracht hat. Nach dieser Regelung begann die Fastenzeit am Dienstag nach dem 6. Sonntag vor Ostern (Invocavit oder Dominica prima Quadragesimae, 1. Fastensonntag, im Deutschen auch Funkensonntag).

Auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 wurden die sechs Sonntage vor Ostern vom Fasten ausgenommen. Um dennoch eine 40-tägige Fastenzeit zu erhalten, rückte der Beginn der Fastenzeit um sechs Tage nach vorne auf den heutigen Aschermittwoch, den Mittwoch nach dem 7. Sonntag vor Ostern. Die Länge einer Karnevalssession ist somit abhängig vom beweglichen Datum des Osterfestes und wird nach der Osterformel berechnet. Danach ist der Aschermittwoch am 46. Tag vor dem Ostersonntag. Der frühestmögliche Aschermittwochstermin ist der 4. Februar, der spätestmögliche ist der 10. März. Somit gibt es sehr kurze und sehr lange Sessionen.

Abweichende Fastnachtstermine

In manchen Gegenden existierten noch bis ins 16. Jahrhundert beide Fastnachtstermine, die alte Burefasnacht (Bauernfastnacht, vor Dienstag nach Invocavit) und die neue Herren- beziehungsweise Pfaffenfastnacht (vor Aschermittwoch) konkurrierend nebeneinander. Insbesondere in Baden und in der Schweiz haben sich viele Bräuche der alten Fasnacht und der alte Termin erhalten. Am bekanntesten ist die Basler Fasnacht.

Diese beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4:00 Uhr mit dem Morgestraich und endet am folgenden Donnerstagmorgen, ebenfalls um 4:00 Uhr. Hier spielt die Guggenmusik eine Rolle. Aus diesem Zusammenhang erklärt sich auch, dass sich der Termin der protestantischen Basler Fasnacht – wie oftmals geschrieben – keineswegs auf die Reformation bezieht, sondern auf den alten Termin der Fastnacht. In Basel wurde in der Reformationszeit die Fasnacht nie dauerhaft abgeschafft.

Im Bereich der Orthodoxen Kirchen beginnt das volle Fasten bereits am Montag nach dem 7. Sonntag vor Ostern, bereits eine Woche vorher beginnt der Fleischverzicht. Die russische Butterwoche, in der traditionell gefeiert wird und große Mengen Bliny gegessen werden, liegt dazwischen. Andere osteuropäische Länder haben ähnliche Bräuche. Da das östliche Osterfest oft später ist als das westliche – beruhend auf der westlichen Reform des Kalenders -, verschiebt sich auch die Fastnacht.

 

Quelle: Wikipedia