Storchenzunft

Narrenruf: Hoorig

 

Namensursprung:
Im Jahre 1954 wurde der Narrenverein in “Storchenzunft” umgetauft. Damit ist ein spezielles Steißlinger Symbol angesprochen, nämlich die südlich des Ortes gelegene alte Quelle des “Hohstetter”, an der sich die Störche sehr gerne aufhielten, weshalb der Hohstetter auch Storchenbach heißt.

Gründungsjahr:
1933

Vereinsblatt:
Narrenblatt der Storchenzunft Steißlingen e.V.
Erstausgabe: 1950

Zunftfiguren:

Narrenpolizist

Fahnenträger

Narreneltern

Narrenrat

Seeriedwieber

Seerosen und Seejungfrauen

Neptun

Jungstörche und Störche

Seestrueli

Zimmermannsgilde


Ortsfasnet:

11.11.
Öffentliche Narrensitung mit der Wahl des Motto für die kommende Fasnet

Dreikönig
Traditionelle Narrenratsitzung

Schmotziger Donnerstag
7.45 Uhr Treffpunkt der Zunft und des Musikverein am Hugo-/Rimmele-Eck 
anschl. Besuch des Kindergarten “St. Elisabeth” und im Kindergarten “Storchennest” , Schülerbefreiung Grund- und Hauptschule 
ca. 10.45 Uhr Erstürmung des Rathauses und Amtsübernahme 
14.00 Uhr Umzug aller Narren mit dem Narrenbaum durch das Dorf anschl. Stellen des Narrenbaums am Gasthaus Krone durch die Holzer 
19.00 Uhr Hemdglonkerumzug (Beginn am Kindergarten St. Elisabeth) und anschl. Narrentreiben in der Seeblickhalle

Fasnet Freitag
13.00 Uhr Besuch Storchenzunft und Musikverein im Helianthum – Lebensstätte für Pflege & Wohlbefinden

Fasnet Sonntag
14.00 Uhr Grosser Fasnetumzug zum dem Motto anschl. Narrentreiben in der Seeblickhalle

Fasnet Montag
14:00 Uhr Fasnetmäntig-Bühnenshow in der Seeblickhalle 
20:00 Uhr Fasnachtsparty mit den “Troglauer Buam” und Special Guest Chris Metzger in der Seeblickhalle

Fasnet Dienstag
14.00 Uhr Grosser Kinderumzug durch den Ort mit Kindern aus den Kindergärten und Schulen. 
anschl. Narrentreiben in der Seeblickhalle 
17.00 Uhr Verlosung des Narrenbaumes und Beendigung der Fasnet

Aschermittwoch
17.00 Uhr Fällen des Narrenbaums durch die Holzer.

Zunftgeschichte:

Dank der Initiative von Otto Schönenberger im März 1933 in der zur Narrenbeize erhobenen “Alten Post” zur Gründung des Narrenvereins. Die erste von ihm inspirierte Fasnet 1934 stand im Zeichen der von Paul Forster angeführten “Sieben Schwaben”. Die Fasnet wurde von den Narren hoch zu Roß auf den öffentlichen Plätzen verkündet. Heute ist das “Narrenblatt der Storchenzunft Steißlingen” ein nicht ganz “gleichwertiger Ersatz”. Der Verein zälte 1936 bereits 51 Mitglieder. 1939 fand für lange Zeit die letzte Fasnet statt.

Ab 1948 wurde im ganzen Hegau wieder Fasnet gemacht, nur in Steißlingen noch nicht. Die Französische Besatzungsmacht hatte am Schloß ihre Fahne gehisst. Steißlinger Jungbürger hatten dieselbe entwendet und gut versorgt. So kam es, dass die jungen Männer eingesperrt und die Fasnet von den Franzosen untersagt wurde.

Erst 1949 wurde der Narrenverein durch Jakob Streit wiederum ins Leben gerufen und zur “Durbenstecherzunft” ernannt. Der Name “Durbenstecher” erinnerte an die Zeiten um und vor 1900, da die Torfstecherei im Weitried gegen Volkertshausen in Blüte stand. Der Durben in der Form eines Briketts wurde mit dem Spaten gestochen und zum Trocknen aufgestellt; er war als Brennmaterial sehr geschätzt.

1950 erschien auch das erste “Stutzelinger Narrenblatt Durbe-Stecher”, welches 1954 in “Narrenblatt der Storchenzunft Steißlingen” umbenannt wurde.

Im Jahre 1954 wurde der Narrenverein in “Storchenzunft” umgetauft. Damit ist ein spezielles Steißlinger Symbol angesprochen, nämlich die südlich des Ortes gelegene alte Quelle des “Hohstetter”, an der sich die Störche sehr gerne aufhielten, weshalb der Hohstetter auch Storchenbach heißt. Das Wasser dieser Quelle soll, weil man ihm Heilkräfte nachsagte, von den einstigen Steißlinger Wunderärzten gerne zur Heilbehandlung verwendet worden sein. Im Sommer verdünnte man den Most mit Hohstetter Wasser, die Frauen benutzten es auch zum Butterrühren.

Bis zum Jahre 1911 horsteten die Störche auf dem Kirchturm, dann zerstörte ein Unwetter ihr Nest und die Störche blieben aus. An diese Steißlinger Störche und an den Hohstetter dachte man bei der Neubenennung der Zunft und der Schaffung eines naturgetreuen Storchenkostüms nach dem Entwurf von Willi Winkler. Der Storch trägt eine rote Strumpfhose, darüber ein kurzes weißes Höschen und über dem ganzen eine Art Umhang, dessen Ärmel als bewegliche Flügel ausgestattet sind. Das Kostüm ist mit weißen Stoffplätzchen besetzt, welche die Federn darstellen; lediglich an den Flügeln sind noch schwarze Stoffplätzchen. Der Schnabel ist rot, beweglich und kann klappern.

Wenige Jahre später, 1957, traten zum ersten Mal die Seejungfrauen unter Führung des Neptun auf. Sie erinnerten an den sagenarmen Steißlinger See, aus dem sie alljährlich zur Fasnet entsteigen, um den Steißlinger Störchen Gesellschaft zu leisten. Das Kostüm der Seejungfrauen war damals außer einer gelben Strumpfhose ganz blau; um Hüfte und Hals trugen sie einen Kranz von grünen Seerosenblättern und aufgesteppten weißen Seerosenblüten. Weiter gehörten zur Ausrüstung blaue Schuhe, weiße Handschuhe und ein buschiger Binsenstrauß vom Steißlinger See.

Die Holzmasken sind von Bildhauer Karl Rieber aus Furtwangen entworfen und geschnitzt, auch diejenige des Neptun. Der Neptun mit struppigem Bart und starkem Haarwuchs ist in dunklem Seegrün gehalten und hat Goldverzierungen an Gürtel und Kragen; in der Hand trägt er den Dreizack.

Unter Zunftmeister Ernst Streit feierte die Zunft 1958 ihr 25-jähriges Jubiläum, an dem sich viele auswätige Zünfte und Vereinigungen zu einem prächtigen Umzug durch die närrisch geschmückten Straßen von Steißlingen vereinigten. An der damaligen Zunftbeiz “Krone” gab es ein neues Narrenbaumloch. Bis heute wird dort am Schmutzigen Donnerstag von den Holzern der Narrenbaum gestellt. Unter Zunftmeister Heiner Bichsel war die Storchenzunft Steißlingen 1976 Ausrichter eines Freundschaftstreffens der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Es nahmen 47 Zünfte und 39 Musikkapellen daran teil.

Am 11.11.1977 fand die Öffentliche Narrenversammlung im Kronensaal statt. Gegen 20.30 Uhr ertönte ein Tusch und die neue Zimmermannsgilde marschierte (angeführt von ihrem Gründer und Oberholzer Willi Schley) in den Saal ein. Sie wurden noch an diesem Abend in die Zunft aufgenommen.

Die Gruppe der Seeriedwieber wurde 1981 gegründet und 1982 in die Zunft aufgenommen.

Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Storchenzunft Steißlingen wurde am 04. Februar 1983 der Storchenbrunnen am “Ochseneck” offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Brunnenfiguren wurden vom Bohlinger Künstler Robert Seyfried hergestellt. Mit diesem Storchenbrunnen hat sich die Storchenzunft ein bleibendes Denkmal gesetzt und einen großen Beitrag zur Dorfverschönerung geleistet.

Während der Öffentlichen Narrenversammlung am 08. Januar 1989 wurden die Narreneltern Henriette und Josef vorgestellt. Im Rahmen einer närrischen Hochzeit schlossen sie den Bund für die närrischen Tage. Bis heute gehören die beiden als Narreneltern der Zunft an.

Nahezu 40 Jahre zogen die Seejungfrauen im ursprünglichen Gewand durch die närrischen Zeiten, denn außer der Farbe der Strümpfe hat sich in den vielen Jahren nichts verändert. Am Fasnet-Sunntig 1997 konnten die Seejungfrauen ein neues Kostüm vorstellen. Es besteht aus einem blauen Hosenrock, einer mit Schuppen besetzten Jacke und einem abnehmbaren Schwanz. Dazu tragen die Seejungfrauen blaue Handschuhe, blaue Strümpfe und einen Kescher oder ein Fischernetz.

Für den Narrensamen wurden gelbe Seerosen-Kostüme genäht.

Seit dem 01. Juli 1997 hat die Storchenzunft in dem ehemaligen Clubheim des Tennisclubs ein neues Zuhause gefunden. Es erhielt den Namen: Storchenstube.

Im Jahr 2012 wurde die Gruppe der Seestrueli gegründet und 2013 in die Zunft aufgenommen